Sonntag, 29. Januar 2012

Rubrik Antworten: Das Kaufhaus Tietz und die Dresdner Bank & Adolf-Hitler-Straße

So, auch in diesem Jahr gibt es die Rubrik, in der ich Antworten zu Fragen bei den Stadtspziergängen gebe.

Das Kaufhaus Tietz, welches in Bonn am Münsterplatz stand, wo heute der Kaufhof sein Haus hat, ist wie alle weiteren Warenhäuser dieser Kette arisiert worden. 1933 übernahm die Dresdner Bank die Geschäftsführung und das Kaufhaus wurde umbenannt in Hertie (Zusammensetzung aus Hermann Tietz, jüdischer Finanzier).
Das Geschäft blieb bis 1940 in Besitz der Dresdner Bank, danach kaufte der eingesetze Verwalter Georg Karg das Unternehmen. Es blieb auch nach dem Krieg in dessen Besitz, die eigentlichen Erben waren in die Zwangsemigration getrieben worden. 1972 übernahm der Sohn von Georg Karg die Geschäfte.

Das Kaufhaus Tietz im Jahr 1930 (an gleicher Stelle steht heute Kaufhof)



















Die Adolf-Hitler-Straße  gab es im heutigen Bonner Stadtgebiet viermal, hinzu noch vier Adolf-Hitler-Plätze und 2 Adolf-Hitler-Ufer.
Im einzelnen waren dies:

Adolf-Hitler-Straße (in Klammern der jetzige Straßenname)
Holzlar (Hauptstraße)
Lannesdorf (seit 1935 Kottenstraße)
Lessenich (Roncallistraße)
Oberkassel (Adrianstraße)

Adolf-Hitler-Platz
Bonn (Friedensplatz)
Beuel ab 1934 (Konrad-Adenauer-Platz)
Godesberg (seit 1933 Königsplatz)
Rüngsdorf (Panoramaplatz)

Adolf-Hitler-Ufer
Rüngsdorf (Von-Sandt-Ufer)
Mehlem (Rheinufer [1935 - 1945 Dietrich-Eckart-Ufer*])

Alle Angaben beziehen sich auf die Zeit 1933 - 1945 sofern nichts anderes angeben ist.

* Dietrich Eckart (1868 - 1923) war Verleger und Mitbegründer der NSDAP, gilt als politischer und religiös-esoterischer Ideengeber Adolf Hitlers, prägte den Begriff "Drittes Reich", Chefredakteur des "Völkischen Beobachters". War nicht Mitglied der NSDAP und der Thule-Gesellschaft, wie manchmal behauptet wird.

Donnerstag, 26. Januar 2012

VORSCHAU: Bonn-Vortrag: "Bonn, ein Stück Heimat" von Rainer SELmanN am 05.04.

Da dieser Termin noch nicht in meinem Programmheft "Bonner Stadtspaziergang" steht, möchte ich an dieser Stelle auf den Vortrag "Bonn, ein Stück Heimat" verweisen. Es handelt sich dabei um eine virtuelle Zeitreise durch die 2000 Jahre der Stadt Bonn erzählt in Geschichten.
Genaueres werden Sie dann hier an dieser Stelle erfahren.

Die öffentliche Premiere ist am Donnerstag 05.04. 2012 um 19.30 Uhr im Theater der GaLarie Laë in der Heisterbacherhofstr. 1 in 53111 Bonn (Nähe Hilton Hotel).
Der Eintritt beträgt 10 Euro



Begegnen Sie Bonnerinnen und Bonnern
wie Simón Bolívar, Evita Perón, Leoparden und der Mauerraute
Sie werden natürlich auch Adenauer, Beethoven und die Kurfürsten treffen
in einer amüsanten Stunde mit Geschichten aus über 2000 Jahren

Zuvor können Sie noch einen virtuellen Spaziergang passend zur Ausstellung im Deutschen Museum Bonn unternehmen.
Am 14.02. 2012 Dienstag werde ich den Vortrag "Kekulés Traum" im Deutschen Museum Bonn (Ahrstr. 45) halten. Beginn ist pünktlich um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei (geben Sie das was es Ihnen wert ist)

Ihr nicht immer realspazierender Berufspaziergänger
Rainer SELmanN

Geballte Kultur an diesem Wochenende im Theater der GaLarie Laë

Zwei herausragende Kulturveranstaltungen kann ich Ihnen empfehlen für dieses Wochenende.

Am 27.01. 2012 Freitag ab 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr)
gibt einen Französischen Chansonabend mit Lise Lotte Lafleur im Theater der GaLarie Laë
(Heisterbacherhofstr.1, 53111 Bonn).
Auch ohne Frnzösischkenntnisse ein Erlebnis, ich spreche aus eigener Erfahrung.













Und dann am Samstag 28.01. 2012 gibt es wieder die famose "Open Stage" in eben jenem Theater der GaLarie Laë, eine offene Bühne für diverse Kleinkunst, mit einigen Überraschungen. Ab 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr) präsentiert wie immer von der charmanten Larissa Laë.
Gäste u.a. Dieter Faring, Hildegard Paulussen, sonido vivo, Robert Otten

Karten für beiden Veranstaltungen erhalten Sie auch an der Abendkasse.
Weitere Infos unter www.leben-ist-freude.de

Start der Bonner Stadtspaziergänge zum Gedenktag des Holocaust am 27.01.2012

Nun ist es morgen am Freitag den 27.01.2012 wieder so weit, der Bonner Stadtspziergang startet in die neue Saison 2012.
Es beginnt mit dem Spaziergang "Bonner Alltag in der NS-Zeit", passend zum Gedenktag an den Holocaust.
Start ist um 11.30 Uhr vor dem Alten Rathaus am Marktplatz. Der Spaziergang dauert ca. 2,5 Stunden und das Ganze bekommen Sie für 8 Euro.
Ich würde mich freuen Sie auf diesem, auch etwas nachgedenklichen, Spaziergang begrüßen zu dürfen.

Ihr Berufsspaziergänger
Rainer SELmanN















Weitere Spaziergänge an diesem Wochenende sind am Samstag 28.01.die Bonner Altstadt und am Sonntag 29.01. der Alte Friedhof von Bonn  näheres dazu unter www.kultnews.de

Mittwoch, 18. Januar 2012

Komödie "Im Namen der Straße..." zu Bonner Stadtgeschichte am 21.01.2012 Samstag ab 19.30 Uhr im Theater der GaLarie Laë in Bonn

Am kommenden Samstag 21.01.2012 findet in der GaLarie Laë eine weitere Aufführung der Komödie "Im Namen der Straße..." statt.
Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ist um 19.30 Uhr.
Es gibt noch einige Restkarten an der Abendkasse für 16 Euro.

Das Stück "Im Namen der Straße..." ist eine Eigenproduktion des Hauses und wird auch von Larissa Laë und Rainer SELmanN gespielt.

Einen kleinen Eindruck bekommen Sie auf YouTube (WDR Lokalzeit)

Im Namen der Straße...Straßennamen erwachen zum Leben
Samstag 21.01. 2012  20 Uhr Einlass 19.30 Uhr
Eintritt 16 Euro Abendkasse (VVK über Bonnticket)
Ort: Theater der GaLarie Laë, Heisterbacherhofstr. 1, 53111 Bonn (Nähe Kennedybrücke / Hilton Hotel)
www.leben-ist-freude.de

Ein weiterer Aufführungstermin ist der 14.02. 2012 Samstag 16 Uhr 
 

Sonntag, 1. Januar 2012

Frohes Neues Jahr 2012!!!

Ich wünsche allen ein friedliches und erfolgreiches Jahr 2012


Samstag, 31. Dezember 2011

Rubrik-Antworten: Alexander von Humboldt, Karl Marx & Namen-Jesu-Kirche

So noch zum Abschluss von diesem Jahr 2011, gibt es ein paar Antworten.

Alexander von Humboldt, der 1845 bei der Einweihung des Beethovendenkmals anwesend war, ist am 14. September 1769 in Berlin geboren, wo er dann 1859 verstorben ist.

Karl Marx stammte aus einer durchaus gutsituierten Familie, sein Vater Heinrich Marx war Rechtsanwalt und später Justizrat sowie Mitglied der Freimaurerloge "Der hanseatische Stern".
Karl Marx studierte 1935/36 Jura und Buchhaltung in Bonn.

Karl Marx als Student in Bonn 1835


























Die Namen-Jesu-Kirche in der Bonngasse wird ab 2012 wieder zugänglich sein.
Heute konnte ich bereits einen Blick in die Kirche werfen und ich muss sagen, sie ist wunderschön geworden. Freue mich sie bald in meinem Spaziergang "Tatsachen & Legenden" präsentieren zu können.
Am 01.01.2012 um 12 Uhr werden die Glocken geweiht.
Näheres zur Kirche hier

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Dienstag, 13. Dezember 2011

Rubrik-Antworten: Jüdische Zeitrechnung, Frau von Herbert Wehner, Ministerium, Jecke, Leviten, Römerlager & Husaren

So, es hat sich so einiges angesammelt.

Zunächst zur Jüdischen Zeitrechnung. Im Judentum wird seit dem Jahr 3671 v. Chr. gezählt, dieses Jahr gilt als Schöpfung der Welt nach der Bibel.
Auf einigen wenigen Gräber findet sich diese jüdische Zeitangabe, so auch auf dem Burgfriedhof in Bad Godesberg.






















Hebert Wehners zweite Frau war Charlotte Burmester, sie ist auf dem Burgfriedhof in Bad Godesberg beigesetzt. Sie war zunächst mit Carl Burmester verheiratet, einem KPD-Mitglied. Nach dessen Tod 1934 und einer Geiselhaft durch die Nationalsozialisten, floh Charlotte Burmester nach Schweden, wo sie 1944 Herbert Wehner heiratete. Sie litt sehr stark unter den Misshandlungen aus der Geiselhaft und verstarb 1979. Herbert Wehner heiratete später die Stieftochter Gerda Burmester.

Das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen existierte von 1949 bis 1990 (ab 1969 Ministerium für innerdeutsche Beziehungen). Es war eine zeitlang im heutigen Gebäude von C&A in der Bonner Innenstadt untergebracht. Minister waren u.a. Erich Mende und Herbert Wehner, beide sind auf dem Godesberger Burgfriedhof bestattet. Rainer Barzel war sogar zweimal Minister für gesamtdeutsche Fragen, er ist auf dem Zentralfriedhof in Plittersdorf beigesetzt.


















Als Jecke werden nicht nur die Rheinländer im Karneval oder Verrückte bezeichnet, es ist auch ein Ausdruck für Jüdische Einwanderer aus Deutschland bzw. Österreich in Palästina in den 30er Jahren.
Es gibt darüber auch einen Dokumentarfilm "Jeckes - Die entfernten Verwandten" (Deutschland 1997).

Die Leviten sind einer der zwölf Stämme Israels und heute noch zeigt sich die Zugehörigkeit durch den Nachnamen Levy bzw. Levi. Der jüdische Vorname Levi ist übrigens nicht darauf zurückzuführen.
Die Leviten sind für rituelle Handlungen im Tempel (Synagoge) zuständig. Auf Grabsteinen erkennt man die Leviten an einer kleinen Kanne, wie z.B. hier auf dem Jüdischen Friedhof in Schwarzrheindorf (Bonn-Beuel).


















Die Aleviten haben übrigens nichts mit den Leviten zu tun, es gibt auch keine ethymologische Vewandtschaft. Aleviten sind Anhänger des Propheten Ali (Schiiten).


Die 8 Meter hohe Mauer des Römerlagers hatte wohl keinen Umlauf, nur an den vier Toren gab es jeweils zwei Türme und die Tore waren Doppeltore.
So auch gut am Modell in Bonn-Castell zu sehen.

Über die Königshusaren in Bonn (seit 1852) habe ich bis jetzt leider keine Angaben über die Truppenstärke gefunden, werde aber weiter danach Ausschau halten.