Montag, 26. März 2012

Rubrik Antworten: Albert Küppers & Sibylla Mertens-Schaaffhausen

Der Bonner Bildhauer Albert Küppers stammt gebürtig aus Coesfeld, studierte dann in München und Berlin.
In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts weilte er lange Zeit in Rom und hatte dort einen Zweitwohnsitz.
Von seinen Werken befinden sich die meisten auf dem Alten Friedhof in Bonn und auf dem Poppelsdorfer Friedhof. Nur in zwei anderen Städten sind Werke von Herrn Küppers öffentlich zu sehen, in Saarbrücken und in Gelsenkirchen-Schalke.
In Rom selbst sind keine Werke von ihm, allerdings ist dort 1876 das Bonner Kriegerdenkmal (1877 am Sedantag aufgestellt) geschaffen worden.
























Sibylla Mertens-Schaaffhausen, auch bekannt als die "Rheingräfin", lebte von 1797 bis 1857. Sie ist somit einige Jahre nach Adele Schopenhauer (gestorben 1849), ihrer sehr intimen Freundin, in Rom verstorben.
Sibylla Mertens-Schaaffhausen ist dort auf dem Deutschen Friedhof im Vatikan bestattet.
Ihre Liebe zu Italien war sehr manigfaltig, so hatte sie eine lesbische Beziehung zu einer Marchesa aus Genua, liebte aber auch das Land und die römische Gesellschaft, wie sie es hier zum Ausdruck bringt:
 
Dafür ist aber auch eine große Soirée in einem altfürstlichen Hause in Rom eine Sache, deren Anblick man wohl außer hier fast nirgends genießt. Du fährst unter den Marmorsäulenhallen eines prächtigen, mit antiken Statuen, Basreliefs und Fontänen geschmückten Cortile vor die Haupttreppe, deren Marmorstufen, niedrig und tief und von gewaltiger Breite, dich ohne Beschwerde zu dem Piano nobile des Palastes führen.
Auf jeder Treppenruhe Statuen, mitunter von höchstem Wert. Oben prächtige Korridore oder offene Säulenhallen; dann Vorzimmer mit Bedienten in reicher Livrée gefüllt, dann der letzte Vorsaal rings mit gepolsterten Bänken, der Plafond mit Fresken, die Wände mit bedeutenden Bildern geschmückt; dann die lange Reihe der Gemächer, in denen die Pracht der früheren Jahrhunderte mit dem reichen Luxus unserer Tage sich vereint. Und all diese Räume erfüllt von Frauen in glänzendem Schmuck und Männern, an deren Namen sich eine große Erinnerung oder eine geistige Bedeutendheit knüpft. Am vorigen Donnerstag waren bei der Senatorin von Rom nur achtzehn Personen, und unter ihnen der Senator Fürst Orsini, ein Name auf allen Blättern römischer Geschichte seit dem Mittelalter verzeichnet, der Kardinal Macchi, lange Nuntius in Deutschland, der erste Kämmerer des Papstes Monsignore Medici, der Abbate Coppi, einer der gelehrtesten Männer Roms, der Kardinal Gazula, ausgezeichneter Literat, die Gräfin Orfei, die beste Dichterin Roms, der Prinz Caëtani Sermoneta, dessen Familie aus dem zehnten Jahrhundert datiert, er selbst einer der geistreichsten Männer und mir ein sehr lieber Bekannter, Tenerani, Roms erster Bildhauer. Und solche Menschen und solche Namen begegnen dir überall!
(Sibylla Mertens-Schaaffhausen 1846 über Rom auf Forum-Rom)

Grab von Adele Schopenhauer in Bonn 

























Sibylle Mertens-Schaaffhausen
























Grab von Sibylle Mertens-Schaaffhausen,Campo Santo Teutonico, Vatikan Quelle:Roma-Antiqua 

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